Aufstellungen
In einem Werbeauftritt im Internetz für eine psychologische Praxis finde ich die folgenden Zeilen: „Systemische Aufstellungen: Das «Aufstellen» eignet sich, um berufliche und private Situationen und Beziehungen zu klären, eigene Ressourcen zu mobilisieren oder zu stärken, ein bestimmtes Ziel zu erreichen und erste Schritte in die richtige Richtung zu tun“. Gerade habe ich die Lektüre […]
Farbiger Staub auf grober Leinwand
Es gibt ein Standardwerk für die Kunstgeschichte: „Die Geschichte der Kunst“ von Ernst H. Gombrich! Für Laien – wie mich – bestens zur Einführung in die Kunstgeschichte geeignet. Gombrich nimmt die Lesenden vom Beginn der Geschichte bis in unsere Zeit mit. Er starb 2001, so dass neueste Strömungen nicht berücksichtigt sein können. Das Material ist […]
Melde gehorsamst
Anfang des Jahres vor einhundert Jahren starb Jaroslav Hašek. Ich stellte fest, dass ich zwar die ein oder andere Verfilmung der „Abenteuer des braven Soldaten Schwejk“ gesehen, aber den Roman nie gelesen hatte. „Und irgendwo in weiten Fernen der Geschichte senkte sich auf Europa die Wahrheit herab, dass das Morgen die Pläne der Gegenwart zunichte […]
Hauptstadt-Krimi
Was habe ich bisher über die Kriminalromane des Briten Philip Kerr geschrieben? Ich habe sie gelobt und werde das nun, nach der Lektüre von „Metropolis“ wieder tun. Der Roman ist 2019 posthum erschienen und spielt im Jahre 1928. Ein, nein bald zwei Serienmorde erschüttern die Metropole der Weimarer Republik. Zunächst werden Frauen, die durch Gelegenheitsprostitution ein […]
Die Frauen im Universum des Bertolt Brecht
Die Buchhandlung meines Vertrauens veranstaltete neulich eine Lesung mit Unda Hörner: „Brecht und die Frauen“. Ich hatte die Eintrittskarte verlegt, erwarb aber am Tage nach der Lesung das schmale Bändchen. Die Autorin reiht die Frauen der „Brecht factory“ aneinander. Sie springt manchmal auf dem Zeitstrahl hin und her, skizziert die Frauen, manchmal nur mit wenigen […]
Eine englische Wallfahrt
Das ist der Untertitel eines Reiseberichts der besonderen Art: „Die Ringe des Saturn“. Der Autor ist W. G. Sebald. In zehn Kapiteln erzählt der Autor von einer Wanderung durch die Grafschaft Suffolk. Doch, wie es bei Sebald nun einmal ist, beschreibt er nicht nur die Landschaft, die wenig lieblich zu sein scheint, sondern er schweift […]
Eine lohnende Lektüre
In dem schmalen Band aus dem Diogenes Verlag versammelt Hartmut Lange fünf Novellen, die unter dem Titel „Das Haus in der Dorotheenstraße“ herausgegeben werden. Auf die Frage, ob es sich wirklich immer um Novellen im strengen Sinne Goethes handelt („eine sich ereignete unerhörte Begebenheit“), komme ich zurück. Auf dem Umschlag ist ein Gemälde von Gustave Caillebotte […]
Vorsicht Fallhöhe
Wenn sich ein Autor vornimmt, dem Geheimnis großer Literatur auf die Spur zu kommen, die großen Stilisten von den weniger großen zu unterscheiden und uns Lesende auch über die gelungene Metaphorik aufzuklären beabsichtigt, muss er entweder von stupender Literaturkenntnis oder Überschätzung seiner selbst nur so strotzen. Benennt der Autor sein Werk dann auch noch „Die […]
Pilgerreise nach Mafra
Sogar mein altes Fischer Lexikon aus den späten siebziger Jahren verzeichnete Mafra bereits: „Ort in Portugal, nordwestl. von Lissabon, 7000 E. (1975); riesige Klosteranlage, 1717 – 35 von dt. Baumeistern (J. F. und J. P. Ludwig) nach dem Vorbild von → El Escorial.“ Ein Farbfoto auf der nächsten Seite des Lexikons zeigt den prächtigen Bau. […]
Kindheitserinnerungen – eine Märchenphotographie
„Der Sommer rückte mich an die Hohenzollern heran. In Potsdam waren es das neue Palais und Sanssouci, Wildpark und Charlottenhof, in Babelsberg das Schloss und seine Gärten, die unseren Sommerwohnungen benachbart waren. Die Nähe dieser dynastischen Anlagen störte mich beim Spielen nie, indem ich mir die Gegend, die im Schatten der königlichen Bauten lag, zu […]