Der Brite Martin Walker ist ein zu beneidender Mensch. Er lebt in einer der schönsten Regionen Frankreichs, dem Périgord. Er kennt dort inzwischen viele Menschen, mit denen er Kontakte pflegt. Aus diesem Fundus kann er sich bedienen, wenn er die Atmosphäre des kleinstädtischen Lebens erzählen will.
Der Autor kocht gern, also füllt er Seiten seiner Romane mit Kochrezepten, die er längst in einem eigenen Buch zusammengestellt hat. Er ist selbst Hundebesitzer und schreibt liebevoll über den Hund des „Dorfpolizisten“ Bruno. Dessen Privatleben tritt auf der Stelle, wird aber durch interessante Fälle, häufig von nationaler Tragweite, aufgelockert.
Walker ist aktuell an der Politik „dran“; dieses Mal am Krieg in der Ukraine. Das ganze Szenario kulminiert in einer Art Showdown in einem Schloss, das einer ehemaligen Rockgröße gehört, weshalb es im Original auch schlicht „A Shooting at Chateau Rock“ heißt. Was den Diogenes Verlag veranlasst hat in der Übersetzung „Französisches Roulette“ daraus zu machen, bleibt den Lesenden verborgen.
Genug gemäkelt, denn in Wahrheit lese ich diese Kriminalromane gern. Sie entführen mich für wenig Geld in ein französisches Idyll. Und das ist in unserer unruhigen Zeit doch auch einiges Wert.
