Während ich den zweiten Teil, des auf elf Bände angelegten Projekts von Andreas Maier las, erschien Band zehn.
Band zwei: „Das Haus“ beschreibt die Jahre des kleinen Andreas, der nicht in den Kindergarten gehen will, der sich, so gut er kann, auch dem täglichen Schulbesuch entzieht.
Aber noch einmal zurück zu der Idee dieser autofiktionalen Romanreihe. Maier beschreibt sie in diesem Band explizit: „…da ich im Zimmer meines Onkels sitze und dieses schreibe, das Zimmer, das Haus und alles weitere, die ganze Ortsumgehung, während sie draußen ihre Ortsumgehung bauen und meine Herkunft und alles, wovon ich schreibe, Zug um Zug ins Einstmals planieren. Und dass ich in die mir kaum mehr vorstellbare Einfachheit und Einheitlichkeit der damaligen Welt meiner allerersten Jahre zurückkommen muss, um von dort aus alles weitere aufzubauen, das Haus, meine Kindheit darin, die Schulzeit, meine Familie, meine Umgebung, die anderen Menschen, auch das Draußen, den Ort um mich herum, die Wetterau, meine ganze Herkunft und schließlich die ganze Welt bis hin zum lieben Gott.“
Und so schreibt er akribisch und höchst unterhaltsam darauf los, einem genauen Plan folgend. Und ich gestehe, ich habe mich darauf sehr gern eingelassen.
Da wird nichts ausgelassen. Auch nicht die Schultoilette! „Die Hauptsache in der Schultoilette war, das eigentliche narkotisierende Element, nämlich mit dem Geruch des Schülerurins des Tages und eigentlich des ganzen letzten Jahrhunderts“ behaftet gewesen zu sein. Und ich fragte mich in dem Moment, ob ich mich noch an den Geruch auf meinen Schultoiletten erinnern konnte oder demjenigen der Schultoiletten meiner Söhne.
Auf die Lektüre der nächsten Bände freue ich mich bereits!
