Ich halte den mir in den letzten Jahren durch zwei Romane bekannt gewordenen Schriftsteller Andreas Maier für einen sehr bedeutenden deutschen Gegenwartsschriftsteller. Er hat vor einigen Jahren mit einem auf elf Bände angelegten autobiographischen Werk begonnen, das als Obertitel „Ortsumgehung“ führen soll.
Jetzt las ich den ersten Teil: „Das Zimmer“. Dieser Roman handelt von einem Mann, dem Onkel des Erzählers, der bei seiner Geburt durch den Einsatz einer Zange bleibende Schäden erlitten hatte.
Der Erzähler folgt dem Onkel J. einen fiktiven Tag lang. Begleitet ihn zu seiner Arbeit nach Frankfurt, zurück nach Bad Nauheim, zu Erledigungen nach Friedberg und nach Wirtshausbesuch nach Hause.
Ein kunstvoller Prosatext entfaltet sich vor dem Lesenden und lässt ihn nicht los. Der Text besitzt, obwohl er keinerlei Spannungsbögen enthält, eine Kraft, eine Sogwirkung von hoher Intensität.
Beeindruckt lege ich den Roman nach der Lektüre aus der Hand und freue mich auf weitere Ausflüge in die Wetterau.
