1952 war eine Zeit, in der auch in Amerika Gleichberechtigung nur theoretisch existierte. Wenn eine Frau etwa Chemie studiert hatte, wurde sie gern als Hilfskraft angesehen, wenn man sie beispielsweise dabei ertappte, wie sie aus einem anderen Labor Bechergläser besorgen wollte.
Auf diese Weise begegnen sich Elizabeth Zott und Calvin Evans das erste Mal. Der schon berühmte Chemiker des Instituts gibt der jungen Frau mit auf den Weg, es solle doch gefälligst ihr Chef bei ihm vorbeischauen. Natürlich werden die zwei ein Paar, es wird ein Hund in die Gemeinschaft aufgenommen (ja es ist auch eine Tiergeschichte) und dann erleidet Calvin einen tödlichen Unfall. Elizabeth, die nie Kinder haben wollte, die Wissenschaftlerin und nur Wissenschaftlerin sein wollte, merkt erst nach dem Tod ihres Partners ihre Schwangerschaft.
Sie konnte nicht promovieren, weil ihr Professor sie vergewaltigen wollte und sie die Universität verlassen musste. Nach dem Tod ihres Partners stellt der Institutsleiter ihr nach und als sie tatsächlich nur noch als Hilfskraft arbeiten soll, der Mann ihre Forschungsergebnisse veröffentlicht, geht sie. Und wird ein „Star“.
Sie kreiert eine Kochsendung, die zunächst nur lokal erscheint und schließlich zur national erfolgreichen Show „Essen vor sechs“ wird. Dabei spult sie nicht nur ein Rezept ab, sondern sie gibt „Chemieunterricht“ und damit nicht genug, sie stärkt das Selbstbewusstsein der durchschnittlichen amerikanischen Hausfrau.
Der Roman „Eine Frage der Chemie“ von Bonnie Garmus ist ein Wohlfühlbuch. Die Geschichte enthält viel Schmalz, ist zu Tränen rührend und enthält alle Elemente, die ein Bestseller benötigt.
Schlicht ausgedrückt: Es ist gute, nein sehr gute Unterhaltungsliteratur!
